Das historische Alpendorf Splügen im Bündnerland kämpft ums Überleben. 500 Jahre lang lebte die Gemeinde vom Durchgangsverkehr über den Splügenpass nach Italien. Heute fahren alle vorbei und das kleine Skigebiet steht vor finanziellen Problemen. Nun wollen mutige Einheimische den Ort vor dem endgültigen Niedergang bewahren.

Einst war das Alpendorf Splügen ein florierender Transitort zwischen der Schweiz und Italien. Zur Blütezeit im 18. Jahrhundert wohnten 500 Menschen im Dorf und ebenso viele Pferde. Die Säumer führten Handelswaren über den Splügenpass, Reisende übernachteten hier und zahlten Wegzoll. Pferde wurden gewechselt, Waren umgeladen – das Dorf lebte gut vom Transit.
Heute präsentiert sich ein anderes Bild. Wie die NZZ berichtet, wirkt Splügens Ortskern wie eingefroren in jener Zeit, als es noch keinen motorisierten Verkehr gab. Die einst wichtigsten Transitstrecken über die Alpen sind mit Natursteinen gepflastert. Die Kreuzung zwischen den Routen zum Splügen- und zum San-Bernardino-Pass hat nur noch die Dimension eines Feldwegs.
Alpendorf Splügen verliert Anschluss an moderne Zeit
Der Bau des Gotthardtunnels setzte der Säumerei am Splügen ein Ende. Viele Einheimische wanderten aus – manche sogar als Zuckerbäcker nach Lettland. Das kleine Skigebiet kämpft seit Jahren mit finanziellen Problemen. Während früher Getreide, Früchte und Käse über die Alpen transportiert wurden, bleibt heute kaum noch jemand im Dorf hängen.
An einem eiskalten Februarmorgen 2026 gefriert einem fast der Atem im Kälteloch Splügen. Die historische Bedeutung des Ortes ist noch überall spürbar. Doch die wirtschaftliche Realität sieht anders aus. Der Durchgangsverkehr fährt heute über moderne Autobahnen und Tunnels vorbei.
Mutige Einheimische wollen Bergdorf reaktivieren
Trotz der schwierigen Lage geben einige Bewohner nicht auf. Ein paar Mutige versuchen nun, den Ort zu retten und wieder zu beleben. Sie setzen auf neue Tourismuskonzepte und wollen die reiche Geschichte des Alpendorfs für Besucher erlebbar machen.
Bereits 2001 wurde die «Via Spluga» eingeweiht, die dem antiken Transitweg von Thusis bis nach Chiavenna folgt. Wanderer können heute auf den Spuren der geschichtsträchtigen Alpenüberquerung die Region erkunden. Diese historische Route könnte ein Schlüssel für die touristische Zukunft des Bergdorfs werden.
Das Passdorf, wo die Routen nach Splügen und San Bernardino zusammentreffen, verfügt über eine einzigartige alpine Lage. Die Herausforderung besteht darin, diese natürlichen und historischen Vorzüge in nachhaltige Tourismusangebote umzuwandeln. Nur so kann das traditionsreiche Alpendorf Splügen eine Zukunft haben.






